Klinik und Poliklinik für Neurologie

Schwindel- und Gleichgewichtstraining

Schwindel ist eine subjektive Störung der Orientierung des Körpers im Raum infolge fehlender Übereinstimmung, Verarbeitung z.B. im Kleinhirn oder Weiterleitung von Informationen mehrerer Sinnesorgane (Vestibularorgan, Occularsystem, Propriozeption u.a.). Dies kann Gleichgewichtsstörungen mit erheblicher Gangunsicherheit, Übelkeit, Erbrechen, Augenzittern (Nystagmus) hervorrufen. Neben organischen Ursachen können auch psychische Faktoren eine Rolle spielen. Die Krankheitsbilder und deren Ursachen sind vielfältig, daher ist eine ausführliche Diagnostik unbedingt notwendig.

In der Physiotherapie können nur ausgewählte Krankheitsbilder kausal (=ursächlich) behandelt werden. Z.B. kann der Benigne Paroxysmale Lagerungsschwindel, mit 17,6% einer der häufigsten Schwindelformen, mit gezielten Lagerungsübungen erfolgreich therapiert werden. In unserer Klinik wird z.Zt. überwiegend mit dem Lagerungsprogramm nach Radtke aber auch nach Epley und Brandt gearbeitet. Die meisten anderen Schwindelformen werden symptomatisch im Sinne einer Schwindelprovokation behandelt. Dabei ist es wichtig, die Therapie an die Befindlichkeit und Beschwerden des Patienten anzupassen, um ihn zu fordern ohne ihn einer Sturzgefahr auszusetzen. So wird unter der Therapie das Niveau zusehends gesteigert.

Ziel der Behandlung ist die Erarbeitung von Strategien zur Verbesserung der Sicherheit im Alltag bei Reduktion der subjektiven Beschwerden. Dazu gehört auch u.U. der Einsatz von Hilfsmitteln, z.B. Rollator.

Indikation:

  • Benigner Paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPPV)
  • Neuritis Vestibularis
  • Morbus Meniére
  • Kleinhirnerkrankungen/Ataxie
  • Phobischer Schwankschwindel/Panikattacken
  • Psychogener Schwindel
  • u.a.

Literatur:

Schwindel- Diagnostik und Therapie; G. Ahle 2001