Klinik für Neuromuskuläre Erkrankungen
Direktorin:
Prof. Dr. med. Cornelia Kornblum
Direktionssekretariat
Karolina Makowski
Tel.: 0228 287 19465
Fax: 0228 287 31451
karolina.makowski@ukbonn.de
Stellv. Direktor:
Oberärztin
Oberärzt*innen: Dr. med. Jens Reimann, Dr. med. Maren Winkler
Fachärztliche Mitarbeiter*innen: PD Dr. med. Patrick Weydt, Dr. med. Sarah Bernsen, Dr. med. Rachel Fabian
Muskellabor: Leitung Dr. med. Jens Reimann
Neurophysiologische Funktionsdiagnostik: Ilka Bungart, Manuela Cruz Ventura Palma, Ida Hildebrandt
Neuromuskuläres Studienzentrum: Iliana Johannes, Ilka Bungart, Manuela Stepien-Mering
Muskellabor: Karin Kappes-Horn, Manuela Stepien-Mering
Neuromuskuläre Erkrankungen (NME) sind eine große Gruppe oft sehr unterschiedlich verlaufender Krankheiten. Hierzu zählen Erkrankungen der Skelettmuskulatur, des peripheren oder zentralen Nervensystems und der neuromuskulären Endplatte (myasthene Syndrome). Typische Symptome sind Muskelschwäche, eine Abnahme der Muskelmasse und Muskelschmerzen. Die einzelnen Erkrankungen sind meist selten, insgesamt sind NME im klinischen Alltag jedoch häufig. Neben der Muskulatur können auch andere Organsysteme wie Auge, Herz oder Hirn betroffen sein. Die Diagnostik und Therapie erfordert besondere Expertise und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit der Neurologie mit verschiedenen Fachbereichen wie Neuropädiatrie, Neuropathologie, Orthopädie, Rheumatologie, Kardiologie, Augenheilkunde und Humangenetik.
Viele NME sind genetische, erbliche Krankheiten, aber auch entzündliche Erkrankungsprozesse sind häufig, nicht selten sind die Ursachen jedoch noch gar nicht bekannt. Auch wenn viele NME noch nicht heilbar sind, ist eine symptomatische Behandlung möglich und notwendig. Von besonderer Bedeutung sind Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Mittlerweile sind für viele Erkrankungen spezifische Therapien in Entwicklung oder schon verfügbar.
NME sind ein langjähriger klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt des Zentrums für Neurologie. Die Klinik für Neuromuskuläre Erkrankungen stellt zwei B-Zentren im Zentrum für seltene Erkrankungen Bonn (ZSEB): Das Zentrum für seltene neuromuskuläre Erkrankungen und das Zentrum für Motoneuronerkrankungen. Die Klinik ist dem Muskelzentrum Nordrhein angeschlossen, das von der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM) zertifiziert ist. Sie gehört zugleich dem Europäischen Referenznetzwerk ERN EURO-NMD (Rare Neuromuscular Diseases) an.
Die Spezialambulanz für neuromuskuläre Erkrankungen und die Motoneuronsprechstunde dienen der Krankenversorgung. Die Transition von Erkrankungen des Kindesalters in die Erwachsenenneurologie stellt eine besondere Aufgabe in Kooperation mit Kinderärzt*innen dar. Die Versorgung neuromuskulärer Patient*innen profitiert von einem eigenen diagnostischen Labor („Muskellabor“), in dem Skelettmuskelbiopsien histologisch, histochemisch und biochemisch untersucht und molekulargenetische Analysen eingeleitet werden. Das Muskellabor wird für klinisch-diagnostische und wissenschaftliche Aufgaben genutzt und ist durch den TÜV zertifiziert. Der Leiter des Muskellabors, Herr Dr. Reimann, ist Mitglied des Referenzzentrums für neuromuskuläre Erkrankungen der Deutschen Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie e.V. (DGNN). Es bestehen zahlreiche lokale, nationale und internationale Kooperationen. Zur Aus- und Weiterbildung von Studierenden und Ärzt*innen wird monatlich gemeinsam mit dem Institut für Neuropathologie ein Neuromuskuläres Kolloquium mit Fallbesprechungen abgehalten.