Klinik und Poliklinik für Neurologie
09.02.2017

Hirnzellen verstärken schädliche Entladungen nach Schlaganfall

Möglicherweise neuer Ansatzpunkte für die Therapie nach einem Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall kommt es häufig zu einer Zunahme des geschädigten Bereiches des Gehirns. Dies kann zu weiteren Symptomen und einer Zunahme der Behinderung führen. Dies geht meist mit einer Verschlechterung der Langzeitprognose einher. Ursache hierfür sind elektrische Entladungen, welche im Kerngebiet des Infarkts entstehen und sich über das umliegende gesunde Gehirngewebe wie eine Lawine ausbreiten. Diese elektrischen Entladungen setzen die Zellen unter lebensbedrohlichen Stress.

Bonner Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) unter der Leitung von Prof. Dr. G. Petzold (Leiter der Sektion Vaskuläre Neurologie am Universitätsklinikum Bonn), haben die Mechanismen solcher elektrischen "Entladungswellen" untersucht und herausgefunden, dass bestimmte Hirnzellen - sogenannte Astrozyten - diesen fatalen Entladungen verstärken. Anhand der Studienergebnisse konnten mögliche Ansatzpunkt für therapeutische Gegenmaßnahmen identifiziert werden. Mögliche Ansatzpunkte für zukünftige Schlaganfall-Therapien bietet demnach ein Signalweg, der die Kalzium-Konzentration im Inneren der Astrozyten beeinflusst. Die Arbeitsgruppe von Prof. Petzold publizierten diese Ergebnisse im Journal of Clinical Investigation.