Klinik und Poliklinik für Neurologie
31.05.2017

Beginnt Parkinson im Darm?

Neue Studie unter Führung von Neurologen der Uniklinik Bonn zeigt charakteristische Änderungen der Darmflora bereits im ersten Jahr der Erkrankung.

Prof. Dr. med. U. Wüllner (Stellv. Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Bonn) konnte zusammen mit einem internationalen Team von Wissenschaftlern der Universitäten Bonn und Heidelberg spezifische Änderungen in der Darmflora von Patienten mit Morbus Parkinson nachweisen. Die geänderte Zusammensetzung der Darmbakterien zeigte sich bereits in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung, so fanden die Autoren um Prof. Wüllner und Frau Dr. J. Bedarf (ebenfalls Neurologie Uniklinik Bonn) diese Veränderungen bereits innerhalb des ersten Jahres der Erkrankung und vor Beginn einer medikamentösen Behandlung. Ob die Veränderung im Darm Ursache oder Folge der Erkrankung sind kann bisher nicht sicher differenziert werden. Allerding sind sich viele internationale Experten einig, dass die Veränderungen der Darmflora zum Voranschreiten der Parkinson Erkrankung beitragen.

In einem Folgeprojekt versuchen die Bonner Forscher nun mittels ballaststoffreicher Diät die Zusammensetzung der Bakterien im Darm von Parkinsonpatienten günstig zu beeinflussen. Die Ergebnisse der aktuellen Studie publizierten Frau Dr. Bedarf und Herr Prof. Dr. Wüllner in der April Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift Genome Medicine.