Klinik und Poliklinik für Neurologie

Krankenversorgung

therapie des Schlaganfalls:

„Schlaganfall ein Notfall“ dies ist der wichtigste Satz in der akuten Schlaganfalltherapie. Das heißt, dass ein Patient*in so schnell wie möglich in eine Klinik mit einer Schlaganfallspezialeinheit (Stroke Unit) gebracht werden sollte.

Die sogenannte Lysetherapie, eine schnelle Blutverdünnung, steht nur bis zu 4,5 Stunden nach Symptombeginn zur Verfügung. Auch die Möglichkeit einer mechanische Rekanalisation von verstopften hirnversorgenden Gefäße ist umso erfolgversprechender, je früher diese eingeleitet werden kann. Deshalb arbeiten wir sehr eng mit den Rettungsdiensten sowie den umliegenden Kliniken zusammen, so dass Patienten mit einem akuten Schlaganfall schnellstmöglich versorgt werden.

Aber auch wenn eine solche Therapie aus zeitlichen oder anderen Gründen nicht durchgeführt werden kann, ist die Versorgung auf einer Stroke Unit notwendig, um langfristig möglich geringe Folgen nach einem Schlaganfall davonzutraten.

Sekundärprophylaxe nach einem Schlaganfall:

Patienten nach einem Schlaganfall oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) haben ein hohes Risiko, in den nächsten Jahren einen erneuten Schlaganfall zu erleiden. Die Wahrscheinlichkeit für dieses sogenannte Schlaganfallrezidiv innerhalb des ersten Jahres beträgt zwischen 12 % und 14 %, nach 5 Jahren sogar bis zu 40 %.

Daher kommt der sogenannten Sekundärprophylaxe, also der Verhinderung erneuter Schlaganfälle, eine entscheidende Bedeutung zu. Diese beginnt bereits in der Akutsituation und umfasst, abhängig von der Ätiologie des Schlaganfalls, die frühe Gabe einer medikamentösen Sekundärprophylaxe und die Behandlung ursächlicher Faktoren – wie z.B. Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und eines Diabetes mellitus. Diese Maßnahmen können eine bis zu 80 %ige Senkung des Schlaganfallrezidivrisikos bewirken.

Zu den Medikamenten der frühen Sekundärprophylaxe gehören auch Thrombozytenaggregationshemmer wie z.B. ASS oder Clopidogrel, die gezielt gegen das „Zusammenklumpen“ von Thrombozyten wirken. Bei Nachweis eines Vorhofflimmerns steht die Blutverdünnung mit sog. Antikoagulantien im Vordergrund. Diese erfolgt mit Vitamin-K-abhängigen Antikoagulantien (Marcumar) oder der neuen Generation blutverdünnender Medikamenten (NOAKs).

Ebenso entscheidend ist die frühzeitige Organisation einer neuroradiologischen oder gefäßchirurgischen Intervention bei hochgradigen symptomatischen Stenosen hirnversorgender Gefäße (LINK zu Carotis-Revaskularisation – NVK).

Des Weiteren spielen in der Sekundärprävention nichtmedikamentöse Strategien wie sportliche Aktivität, Nikotinabstinenz, Ernährung mit mediterraner Kost und die Therapie eines Schlafapneosyndroms eine große Rolle. Auch hier stehen wir den Patienten und Angehörigen selbstverständlich beratend zur Seite. Hierbei kann bereits in der Akutphase die Diagnostik und Therapie eines Schlafapneosyndroms über unser Schlaflabor erfolgen.

Ambulante Nachsorge nach einem Schlaganfall

In unserer neurovaskulären Ambulanz, auch „Gefäßsprechstunde“ genannt, behandeln und betreuen wir Patienten mit einem breiten Spektrum an zerebrovaskulären Erkrankungen. Hierzu zählen Nachuntersuchungen in der Folge eines stationären Aufenthalts nach Schlaganfall, Beratung bei asymptomatischen Gefäßerkrankungen (z.B. asymptomatische Gefäßverengungen) und Beurteilung komplexer bzw. seltener neurovaskulärer Erkrankungen.

Darüber hinaus bieten wir die konsiliarische Unterstützung niedergelassener Kolleginnen und Kollegen anderer Fachdisziplinen hinsichtlich neurovaskulärer Fragestellungen an.

Die neurovaskuläre Ambulanz bietet das gesamte Spektrum moderner nichtinvasiver Untersuchungsverfahren an.

Anhand der vorliegenden Befunde erfolgt die Entscheidung zur medikamentösen präventiven, sekundärprophylaktischen und auch interventionell stentgestützten oder operativen Versorgung von Stenosen hirnversorgender Gefäße.

Ausgewählte Fälle werden in der wöchentlich stattfindenden interdisziplinären neurovaskulären Konferenz besprochen, an der neben uns Neurologen auch Experten der hiesigen Kliniken für Neuroradiologie, Neurochirurgie und Gefäßchirurgie teilnehmen. Ebenso erfolgt im Rahmen spezieller Fragestellungen die enge Zusammenarbeit mit der Gerinnungsambulanz, der Rheumatologie und Kardiologie sowie dem Insitut für Humangenetik des Universitätsklinikums Bonn.

Terminvereinbarung

Tel: 0228 287-15714

Privatsprechstunde Prof. Petzold: +49 (0)228–287-15736

Standort

Klinik und Poliklinik für Neurologie
Universitätsklinikum Bonn
Venusberg-Campus 1
D-53127 Bonn